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Der Kummer mit der Hoffmeister Sammlung PDF Print E-mail
Written by Heidi Lux   
Tuesday, 14 July 2009 07:44
Zartheit, brilliante Glasuren und schmerzlich detaillierte Zeichnungen, das Kennzeichen des frühen Meissner Porzellans; Diese rosa Tasse, ca. 1735, ist ein Stück der Hoffmeister Kollektion. Foto mit freundlicher Genehmigung durch Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

Das Museum für Kunst und Gewerbe (MKG), Hamburg, blickt schmerzlich auf den 31. Juli. Das ist der Tag, an dem die Hoffmeister Kollektion für immer geschlossen wird. 400 Stücke exquisites Meissner Porzellan, welche dem Museum als Langzeitleihgabe seit 1999 zur Verfügung standen, geht wieder in den Besitz der Eigentümer Horst und Dieter Hoffmeister über. Die Gebrüder nehmen es nicht für ihren privaten Bestand zurück, sondern beabsichtigen es als Ausgleich für ihre Verluste infolge der weltweiten Finanzkrise zu versteigern.

Die Pressereferentin des MKG Michaela Hille bemerkt dazu: "Ich habe noch gehört, dass so etwas vorher schon einmal passiert wäre. Ich denke, Derartiges passiert manchmal bei Museen für zeitgenössische Kunst aber auch dann betrifft es nie eine vollständige Kollektion."

Fälle wie diese werden seitens der Museen meist im Stillen abgewickelt, bedrohen sie doch ein Leihgabesystem das auf persönlichem Vertrauen, mündlichen Versprechen sowie familiärer Loyalität und Vermächtnisse aufbaut. Das funktionierte recht gut, bis sich die ökonomoische Lage in 2007 zu ändern begann.

Das MKG wird nunmehr zwei leere Ausstellungsräume haben. Sogar die Ausstellungsvitrinen wurden durch die Gebrüder Hoffmeister bezahlt und es ist noch nicht klar, ob diese im Museum verbleiben werden oder nicht. Bis zur Bereitstellung einer neuen Ausstellung werden diese Räume geschlossen bleiben.

"Glücklicherweise besitzt unser Museum eine internationale, außerordentliche und berühmte Porzellansammlung, bestehend aus 1.500 Stücken von der Antike bis in die heutige Zeit. Dieses schließt asiatisches Porzellan ein, Stücke von solch wichtigen Herstellern wie KPM, Fürstenberg, Wiener Manufaktur und Nympenburg. Ungefähr 40% der Sammlung besteht aus Meissner Porzellan," erläutert Hille.

Eine zwei-henklige Tasse mit Deckel und Untertasse mit Türkisener Glasur, ca. 1740, Meissen, aus der Hoffmeister Kollektion. Foto mit freundlicher Genehmigung durch Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

Die unversehrte Hoffmeister Kollektion wird sicher Unruhe auf dem Auktionsmarkt verursachen. Sie repräsentiert einerseits 30 Jahre kenntnisreiches Sammeln und dokumentiert andrerseits die schöne Porzellanmalerei Meissner Künstler von 1710 bis 1760. Die Sammlung umfasst Steingut von Böttger, Imitationen asiatischen Designs, chinesische Serien und Porzellan mit kolloriertem Hintergrund, genauso wie Geschirr verziert mit Familienwappen. Als dieser Artikel geschrieben wurde, war noch kein mit der Versteigerung beauftragtes Aktionshaus bekannt. Das Hamburger Abendblatt berichtet, der geschätzte Wert der Sammlung liege bei 14 millionen euro.

Eine europäische Version eines chinesischen Shishi (halb Hund, halb Löwe) schmückt den reich bearbeiteten Meissner Teller von 1725-30 aus der Hoffmeister Kollektion. Dieter Hoffmeister schrieb einen zwei-bändigen, seiden-gebundenen Katalog mit dem Namen "Meissner Pozellan aus dem 18. Jahrhundert - die Hoffmeister Sammlung". Diese Bücher stehen zum Verkauf im MKG Buchladen. Foto mit freundlicher Genehmigung durch Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. ‘Composition en trois formes: rouge, mauve, noir,' von Hans Jean Arp (Strassburg 1886-1966 Basel). Gouache auf Papier. 65 x 50 cm.

Inzwischen ist das MKG als solches kein Verlust für andere interessante Ausstellungen. Holz in Bewegung - Junge norddeutsche Tischler zeigen die Möbel von Heute läuft noch bis zum 26. Juli.

Loriot - Eine Hommage läuft noch bis zum 23. August. Zwei neue Austellungen sind für August und eine weitere für September in Vorbereitung. Mehr Details unter www.mkg-hamburg.de

Luzern Art Summer

Galerie Fischer, Luzern - in Kooperation mit Silvan Faessler Fine Art GmbH (Zug) und
der Barr & Ochsner GmbH freut sich, Ihnen heute die Verkaufsausstellung Lucerne Art Summer präsentieren zu dürfen. Diese Verkaufsausstellung ausgewählter Werke der internationalen modernen und zeitgenössischen Kunst wird vom 13. bis 23. Aug. Täglich 10 bis 18 Uhr - parallel zum Beginn des Lucerne Festivals - stattfinden. Es werden insgesamt rund 100 käufliche Gemälde, Skulpturen, Reliefs, Arbeiten auf Papier sowie Druckgrafiken einen weiten Bogen bis hin zur zeitgenössischen Schweizer Kunst spannen.Vernissage am 12. August in der Galerie Fischer, Haldenstrasse 19, 6004 Luzern. www.lucerneartsummer.ch


Auktionen im Sommer

8. Aug. Historia Auktionshaus, Berlin, ab 10 Uhr; einlass 9 Uhr. Antik Mobil, Schmuck, Silber, Porcelaine und Kunst. www.historia.de

Neues Auktionshaus in Lübeck: In der Dr.-Julius-Leber Straße 22 eröffnete Wolfgang Meyer-Nehls mit Gattin Britta sein Hanseatisches Auktionshaus. In regelmäßigen Abständen soll es nun Auktionen von Gemälden, Schmuck und anderen hochwertigen Dingen geben. Das neue Auktionhaus ist montags bis samstag von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Heidi LuxEine aus den USA stammende, freischaffend tätige Journalistin - Heidi Lux ist in der Nähe von Rochester, NY, aufgewachsen - und hat das Studium am Nazareth College in Rochester erfolgreich abgeschlossen. Ihr derzeitiger Wohnsitz befindet sich in Sachsen, Deutschland, wo Sie als Englisch Redakteur und Privatlehrer für Englisch arbeitet. Ihre journalistischen Arbeiten wurden sowohl in den englisch sprachigen Magazinen "Transitions Abroad" und "German Life" veröffentlicht, sowie auch in mehreren US-amerikanischen Publikationen des Antiquitätenhandels.
Last Updated on Wednesday, 21 October 2009 10:10
 


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